Der Schlaf ist zugleich das einfachste und dennoch zuweilen am schwierigsten zu erreichende Mittel, Gesundheit, Schönheit und Wohlbefinden zu erhalten. Nicht umsonst verbringt der Mensch ein gutes Drittel seiner Lebenszeit im Schlafzustand: Nacht für Nacht erholt und regeneriert sich der menschliche Körper während der Schlafphasen, schüttet in der Dunkelheit das Hormon Melatonin aus und sorgt dank diesem für die zur Erholung führenden Tiefschlafphasen und die Steuerung der Wachstumshormone im Körper – bei Erwachsenen wie Kindern. Der Blutdruck sinkt, Stresshormone werden ab-, das Immunsystem aufgebaut. Körper und Seele entspannen sich und verarbeiten das am Tag Erlebte. Gerät dieses subtile System aus dem Gleichgewicht, kann es zu massiven Schlafstörungen kommen, die entsprechende körperliche Symptome mit sich bringen.

Jeder Mensch schläft anders

Dabei braucht nicht jeder Mensch die gleiche Menge an Schlaf – allein im Verlauf der menschlichen Entwicklung verändert sich das Schlafbedürfnis und die die mit ihm verbundenen Phasen erheblich. Neugeborene beispielsweise schlafen bis zu 18 Stunden täglich, unterbrechen ihren Schlaf aber unabhängig vom Tagesablauf. Mit dem Heranwachsen verlagern sich die Schlafphasen zunehmend auf die Nacht, im Alter von etwa drei bis vier Jahren benötigen die meisten Kinder auch keinen Mittagsschlaf mehr und decken ihr etwa zwölfstündiges Schlafbedürfnis vorwiegend nachts ab. Die als gesund eingestufte Schlafdauer für Erwachsene liegt bei etwa sieben bis acht Stunden, mit zunehmendem Alter kann sie sich jedoch weiter reduzieren.

Grundlegende Ursachen für gestörten Schlaf

Wie anstrengend es sein kann, wenn man aus dem Rhythmus gerät oder nicht alle drei Schlafphasen, vom Leicht-, über den Tiefschlaf hin zur Traumphase im REM-Schlaf (Wikipedia), durchlaufen kann, weiß knapp ein Drittel der Bevölkerung. Denn in etwa dieser Anteil der Deutschen leidet unter mehr oder weniger gravierenden Schlafstörungen. Dazu gehören Mütter, die sich dem Rhythmus des Kindes anpassen, nachts stillen oder die Flasche geben, Reisende zwischen den Kontinenten, die gegen den Jetlag kämpfen müssen und Schichtarbeiter, deren Schlafrhythmus durch die unregelmäßige Taktung des Tagesablaufs gestört wird.

Freilich sind nicht nur äußere Ursachen verantwortlich, wenn es zu gestörtem Schlaf kommt: Hormonunregelmäßigkeiten, die sogenannte Schlafapnoe (Wikipedia), bei der der Patient Atemaussetzer hat und deswegen, allerdings ohne es zu merken, schreckartig kurz erwacht, aber auch eine gestörte Schlafumgebung mit zu hellem Lichteinfall, zu hohen Temperaturen oder die falschen Betten zum Schlafen mit zu weicher oder zu harter Matratze können Ursache für nächtliche Unruhe sein.

Manchmal ist die Lösung einfach

Abhilfe kann zuweilen schneller geschaffen werden als gedacht: ein praktischer Nachttisch, in dem der Leuchtwecker so verstaut werden kann, dass das Licht nicht blendet, Ohrstöpsel gegen störenden Lärm, der über das Unterbewusstsein wahrgenommen wird, ein Thermometer, anhand dessen sich die Zimmertemperatur kontrollieren lässt, sind unter Umständen schon hilfreich. Fehlender Schlaf kann auch in schwer zu durchbrechende Teufelskreise führen. Durch die Hormonunregelmäßigkeiten kann er beispielsweise eine Gewichtszunahme zur Folge haben, die wiederum für eine dann einsetzende Schlafapnoe verantwortlich werden kann. Grundsätzlich gilt, dass der Schlaf keine zu vernachlässigende Lebensphase ist, während der der Mensch einfach “nicht ganz da” ist. Umso wichtiger ist es, auch während dieses Lebensdrittels gut für sich zu sorgen.